Sehenswürdigkeiten im Taunus

Thai Sala Siamesischer Tempel Bad Homburg

Thai Sala Siamesischer Tempel Bad Homburg

Info Taunus Sehenswürdigkeiten

Thai Sala Siamesischer Tempel Bad Homburg
Thai Sala Siamesischer Tempel Bad Homburg

Im Kurpark von Bad Homburg hat der Besucher die Möglichkeit, sich gleich zwei Kleinode siamesischer Herkunft anzusehen. Zwar scheinen sich die beiden Bauwerke (oder sind es doch eher Kunstwerke?) in dem 44 ha großen Kurpark zu verlieren, unter dem alten Baumbestand zu verstecken, aber wer einmal davor gestanden hat, erliegt unweigerlich der exotischen Anmut und dem zauberhaften farbigen Glanz.  

Die Dächer mit ihren orangen Dachschindeln (bei der Sala I schon ein wenig verblasst, dafür aber mit Windspielen, kleinen Metallglocken mit Herzen unterschiedlicher Grösse versehen) sind da noch fast am unauffälligsten.  

Wer nähertritt, kann die schwarz-golden gemusterten glatten Säulen bewundern, die sich nach oben zu üppigen Schnitzereien erweitern. Stilisierte goldene Drachen bilden die Eckpfeiler der übereinander liegenden Spitzdächer. Spätestens ab hier kann man nur staunen über die Schönheit der filigranen Einlegearbeiten in das edle Teakholz. Unzählige Spiegelplättchen (allein 30.000 bei der Sala II)  und grüne, rote, gelbe und blaue Farbsteine versprühen ein Glitzern und Funkeln wie aus Tausendundeiner Nacht. Im Innern sind die Dächer in roter Farbe gehalten; auch hier bilden goldene Ornamente und Spiegelplättchen wunderschöne Muster und Rosetten.  

Alles in allem gehören diese beiden Pavillons sicherlich mit zum Schönsten, das der Kurpark an optischen Reizen zu bieten hat.

Text: Susanne Eichel / Fotos: FXVISION

Die beiden Tempel sind eng mit dem Leben und der Familie König Chualongkorn von Siam, des heutigen Thailands, verknüpft. Er selbst besuchte als König Rama V. 1907 die Stadt Bad Homburg zu einem Kuraufenthalt. Diese widmete ihm das Einweihungsfest einer kurz zuvor erbohrten und nach ihm benannten Quelle, er schenkte Bad Homburg im Gegenzug dafür und für seine Genesung eine Überdachung für die Quelle.   

Gebaut wurde Sala I in Bangkok, an seinen Bestimmungsort kam der Tempel in Einzelteile zerlegt und in Kisten gepackt auf dem Seeweg. In Bad Homburg mussten zunächst die auf dem Transport entstandenen Schäden ausgebessert werden, nach dem vollständigen Wiederaufbau wurde die Thai-Sala 1914 eingeweiht - 4 Jahre nach dem Tod des Königs.

Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Bad Homburg und dem südostasiatischen Königshaus blieben aber über die folgenden Jahrzehnte bestehen und führten zu einem weiteren Geschenk an die Stadt.

So wurde zum hundertjährigen Besuchsjubiläum König Chualongkorns am 20. September 2007, dem Datum seines Geburtstages, die zweite Thai-Sala im Kurpark errichtet.

Die    Thai-Sala I    befindet sich im Kurpark in der Nähe des großen Teiches, die Thai-Sala II    steht südlich des Kaiser Wilhelm Bades in den Salzwiesen hinter dem Tast- und Blindengarten.

Thai Festival Bildshow

Text: Susanne Eichel / Fotos: FXVISION

Weiterer Ausdruck dieser grenz- und länderübergreifenden Freundschaft ist das thailändische Sommerfest, das jedes Jahr in Bad Homburg gefeiert wird und als das schönste seiner Art im Rhein-Main-Gebiet gilt.