Sehenswürdigkeiten im Taunus

Schloss Homburg in Bad Homburg

Schloss Homburg in Bad Homburg

Info Taunus Sehenswürdigkeiten

Weisser Turm Wahrzeichen von Bad Homburg
Weisser Turm

"Schloss Bad Homburg - Ansichten einer Schönheit"

Der erste Blick - Weißer Turm

Man sagt, es gebe keine zweite Chance für einen ersten Eindruck.
Der vom Bad Homburger Schloss wird geprägt von einem Bauwerk, das gleichzeitig und völlig zu Recht das Wahrzeichen der Stadt ist: dem Weißen Turm.

Aus welcher Richtung auch immer man sich dem Schloss nähert, ob von der Stadt oder durch den Park - immer hat man den 48,11 m hohen Turm in Butterfassform im Blick; stolz überragt er die übrigen Schlossgebäude. Er ist der letzte Überrest einer mittelalterlichen Burganlage, der Bergfried der "Hohenburg". Die Brendels, Dienstmannen der Herren von Eppstein, erbauten hier in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts ihre steinerne Burg. Die Bebauung des Bergrückens findet allerdings schon ab ca. 1180 ihre Erwähnung: zunächst waren es Pfostenbauwerke und im zeitlichen Anschluß an diese Gebäude in Fachwerktechnik.

Den Abriss der mittelalterlichen Burg 1680 durch Landgraf Friedrich II. überstand nur der Bergfried. Aus ihm wurde der Weiße Turm, Mittel- und Anziehungspunkt des oberen Schlosshofes, Bad Homburgs ältestes Bauwerk und Erinnerung an vergangene Ritterzeiten.

Text: Susanne Eichel / Fotos: FXVISION

Schlosshof Schloss Bad Homburg
Schlosshof Schloss Bad Homburg

Schlossbetrachtung - die Gebäude
1678 entworfen, ab 1679 bis 1685 gebaut und gestaltet vom Hofbaumeister Paul Andrich. Unter Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg entstand eine der bedeutendsten und größten Schlossanlagen des Frühbarock; eine moderne, durch zwei reiche Heiraten finanzierte Residenzanlage.

Im Ganzen wurde das ehrgeizige Bauvorhaben nie vollendet, aber die Ergebnisse der Umbauten und Erneuerungen bis in das 19. Jahrhundert hinein können sich sehen lassen.

Der Gesamtbau (Seitenlängen 120 auf 100 Meter) ist in zwei Innenhöfe unterteilt, die zusammen ein Rechteck ergeben.

Im oberen Schlosshof überragt der Weiße Turm alle anderen Gebäude (Archiv-, Königs-, Hirschgang- und Bibliotheksflügel) und bietet von oben einen fantastischen Rundblick auf die Stadt und die nahe und weite Umgebung. Eine, dem Schlosspark zugewandte und  nach Westen hin offene Ecke des oberen Hofes ist abgerundet und als Terrasse ausgebaut. Wer auf dem Mäuerchen sitzt, hat den Park im Rücken und den Weißen Turm direkt vor Augen. Dreht man sich um, geht der Blick über den herrlichen Schlosspark hinweg zu den Höhen des Taunus.

Der untere Innenhof wird umrandet von der Schlosskirche und dem zur ihr gehenden überdachten ehemaligen Durchgang, von Uhrturm-, Hirschgang- und Englischem Flügel.

Die Schlosskapelle (1697 - 1758) mit Fürstengruft ist ebenso einen Besuch wert wie die Orangerie und die angrenzenden Gewächshäuser (Ende des 17. Jahrhunderts).

Einblicke - Das Schlossinnere
Barock, Klassizismus, Kaiserzeit - vom Bau im 17. Jahrhundert bis zur heutigen Form legen Baukunst und Raumgestaltung ein beredtes Zeugnis von Vergangenheit und Bewohner ab.

Die frühbarocke Residenzanlage (ab 1679) von Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg war der eigentliche Schlossbeginn.

Im 18. Jahrhundert passierte nicht viel, zu knapp war das Geld.
Einziges Highlight aus dieser Zeit ist das sogenannte "Spiegelkabinett", ein reich vertäfeltes Vorzimmer im Inneren des Schlosses. Der Überlieferung nach war es ein Geschenk der Homburger Schreinerzunft zur zweiten Vermählung des Landgrafen Friedrich II. mit Christiane Charlotte von Nassau-Ottweiler. in Teil der historischen Möbel in den Zimmern des Königsflügels von Kaiserin Auguste Viktoria stammt ebenfalls aus diesem Jahrhundert.

Im 19. Jahrhundert ermöglichte die Heirat von Landgraf Friedrich IV. mit Prinzessin Elisabeth von Großbritannien und Irland durch deren stattliche Mitgift den Umbau zu einem standesgemäßen Wohnsitz - die klassizistische Raumkunst hielt Einzug im Bad Homburger Schloss, u.a. mit dem 1835 von Georg Moller geschaffenen Treppenhaus.

Nach dem Krieg 1866 ging die Landgrafschaft Hessen-Homburg an Preußen.
Die Kaiserfamilie der Hohenzollern nutzte das Schloss als Sommerresidenz und die vorgenommenen Umbauten spiegelten den Fortschritt der Zeit und die technischen Entwicklungen wider. Die historische Bausubstanz blieb erhalten, wurde aber zunehmend von innen heraus modernisiert. Bäder und ein Wasserklosett (das erste auf dem Kontinent!) wurden eingebaut, elektrische Leitungen verlegt und Räume neu gestaltet.

Besonders im Königsflügel ist die Kaiserzeit lebendig geblieben.
Das Arbeitszimmer Kaiser Wilhelm II. beispielsweise beinhaltet noch die für ihn typische Möblierung: einen Sekretär, vor dem er auf dem für die damalige Zeit äußerst kuriosen Sattelsitz Platz nahm.
In seinem ehemaligen Rauch- und Billardzimmer werden heute Erinnerungstücke der landgräflichen Familie präsentiert.

Und Kaiserin Auguste Viktoria frönte hier ihrer Technikbegeisterung. In ihrem Salon kann man eine Telefonzelle in einem umgebauten Frankfurter Schrank bestaunen. Das Spiegelkabinett wurde mit Scheinintarsien und Deckengewölben ausgeschmückt.

Der 1835 von Georg Moller entworfene Speisesaal blieb in seiner klassizistischen Gestaltung erhalten.

Im letzten Jahrhundert wurde 1905  der Gelbe Salon im Louis-Seize-Stil gestaltet.
In den 1960er Jahren erfolgte die Gestaltung der Salons im Hirschgangflügel als Barockzimmer und die Einrichtung des Thronsaals, historisch detailgetreu sind diese Änderungen allerdings nicht.

Im Elisabethen- oder Englischen Flügel kann seit 1995 das ehemalige Wohnappartement der Landgräfin Elisabeth (1770 - 1840) besichtigt werden.
30 Jahre lang war dieser Flügel wegen Baufälligkeit geschlossen; als sich 1995 der 225. Geburtstag der Dame jährte, wurde auch dieser Gebäudeteil wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Einiges gibt es hier zu sehen:
die Räume sind vom Spätklassizismus geprägt, von besonderer Schönheit sind die Wandmalereien im "pompejanischen Stil" im Speisesaal. Und als absolutes Novum in der damaligen Zeit wurde hier das schon erwähnte erste Wasserklosett eingebaut - ökologisch einwandfrei mit Regenwasserzisterne.

Landgraf Friedrich II
Landgraf Friedrich II

Aug' in Aug' - Die Bewohner

Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg war sicherlich der erste prominente Bewohner in "seinem" Schloss. Noch heute kann ihm jeder Besucher direkt ins Angesicht schauen: seine prachtvolle Bronzebüste, 1704 von Andreas Schlüter geschaffen, steht im Mittelpunkt des Vestibüls. Trotz der barocken Heroisierung wirkt die Büste noch lebensnah und lebendig.

Ein literarisches Denkmal wurde dem Landgrafen von Heinrich von Kleist gesetzt, der ihn als "Held von Fehrbellin" in seinem Drama "Prinz von Homburg" verewigte.

Historisch belegt ist die Grundlage des Stückes: es handelt sich um die Belagerung Kopenhagens durch die schwedische Armee. Ob Friedrich II., der im Dienste Schwedens stand, allerdings tatsächlich, wie von Kleist niedergeschrieben, in heldenhafter Form dort agierte, lässt sich nicht beweisen, hier könnten literarische Freiheit und reale Fakten auseinander klaffen.
Tatsache ist, dass Friedrich II. bei der Belagerung sein linkes Bein verlor.
Der Bad Homburger Hofbaumeister Paul Andrich fertigte ihm 1674 ein Prothese, das berühmte "silberne Bein", das noch heute im Schloss zu bewundern ist. Die Beinprothese ist nicht, wie der Name vermuten lässt, aus Silber, sondern aus Holz gefertigt und gilt auch nach heutigern Kriterien noch als Meisterwerk historischer Orthopädie.

Ein weiterer berühmter Name dieser Zeit ist der des Dichters Friedrich Hölderlin, der um 1800 einige Jahre in Homburg lebte. Bei seinem zweiten Aufenthalt in der Stadt 1804 bis 1806 wirkte er als Hofbibliothekar im Schloss.
Heute ist ihm die Dauerausstellung "Hölderlin im Schloss Bad Homburg" gewidmet.

Ab den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts logierte im Schloss der Landgraf Friedrich VI. nebst seiner reich erheirateten "englischen Landgräfin" Elisabeth. Sie war die Tochter des englischen Königs Georg II. und ließ sich im hier 1829 ihren Witwensitz einrichten.

Die Landgrafen von Hessen-Homburg bewohnten das Schloss, bis 1866 ihre Linie ausstarb. Zunächst fiel das Schloss an Hessen-Darmstadt, dann an Preußen und wurde bis 1918 zur bevorzugten Sommerresidenz der deutschen Hohenzollernkaiser.

Das Schloss bot ihnen eine standesgemäße Unterkunft in Homburg, das damals ein beliebter Treffpunkt des europäischen Hochadels war.

Kaiser Wilhelm I. kann hier genannt werden, ebenso sein Sohn und Nachfolger Friedrich III. mit Gattin Victoria.
Viele Spuren hinterließen Wilhelm II. und seine Familie, die besonders gerne im Schloss weilten und hier ihren Sommersitz nahmen. Ihre kaiserzeitlichen Appartementfolgen sind die einzigen heute erhaltenen in einem deutschen Schloss.

Erwähnenswert sind nach wie vor sein Sattelsitz und ihr Telefonschrank - Friedrich und Victoria waren ein interessantes Paar mit modernen Ambitionen.

Nach 1918 kam das Schloss unter die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Preußen.

Nach 1945 erfolgte die Umbenennung in Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen, diese hat seit 1947 auch ihren Sitz im Schloss.

Orangerie Schloss Bad Homburg
Orangerie Schloss Bad Homburg

Ausblicke - Der Garten
Einen "Garten" gab es wohl schon mit der ersten Burganlage im 15. Jahrhundert, im Jahre 1441 findet sich eine erste Erwähnung an der mittelalterlichen Hohenburg - mit dem späteren barocken Gartenkunstwerk wird er wohl noch nicht viel gemein gehabt haben.

Im Zuge von Neu- und Umbau des Schlosses ab dem Jahre 1679 wurde zwar schon ein regelmäßiger Garten barocken Stils angelegt, aber erst ab 1770 verwirklichte der Hofgärtner Johann Adam Wittmann einen Landschaftspark nach englischem Vorbild.

Aufgrund seiner Ideen hat die Gartenanlage bis heute ihre überregionale Bedeutung behalten und wurde in das Konzept des Regionalparks Rhein-Main aufgenommen.

Im 19. Jahrhundert folgte die Bepflanzung mit exotischen Gehölzen, die Wegeführung wurde vereinfacht.

1822 wurden die heute prächtig hochgewachsenen Libanonzedern gepflanzt. König Georg IV. schenkte sie seiner Schwester, der Landgräfin Elisabeth, aus dem Bestand der Royal Botanic Gardens in Kew.

Ab 1866 oblag die Verwaltung und Gestaltung des Gartens der preußischen Hofgartendirektion. Diese veranlasste ab Ende des 19. Jahrhunderts auch wieder regelmäßige Pflanzungen wie die Verzierungen des Rosenparterres mit Teppichbeeten.

Im tiefer gelegenen Gartenbereich findet sich der romantische Schlossteich, in dem sich bei schönem Wetter eindrucksvoll die Silhouette des Schlosses und des Weißen Turms spiegelt.

Hier liegt auch der "Herrschaftliche Obstgarten", die dort geernteten Früchte wurden zeitweise bis nach Sanssouci geliefert. Um seine Bedeutung zu wahren wurde dieser Bereich 2003 nach historischen Inventarlisten neu bepflanzt.

Der Schlosspark umfasst heute 12 ha schönste Gartenarchitektur verschiedener Zeitepochen und ist in seiner Vielfalt unbedingt besuchens- und erhaltenswert.

Eine einzigartige Besonderheit des Bad Homburger Schlossparks war die "Gartenachse", die vom Schloss 10 km in den Taunus reichte.
 
Anfangs verband sie als "Tannenwaldallee" den Schlosspark mit weiteren Gärten Richtung Taunuswälder. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts veranlasste Landgraf Friedrich VI. zusätzliche Anlagen und eine Verlängerung, die zu Ehren seiner Frau "Elisabethenschneise" hieß.
 
Noch heute sind Teile dieser Gartenachse erhalten und laden zu Spaziergängen und Besuchen ein, angefangen im  "Kleinen Tannenwald" mit Molkerei und Teich. Weiter geht es in das "Gotische Haus": in dem ehemaligen Jagd- und Lustschlösschen  ist heute ein Heimat- und Hutmuseum eingerichtet. Es folgen der Hirschgarten mit seinen dort in einem großen Freigehege zu bewundernden Rehen und Hirschen und einer exzellenten Gastronomie. Am Ende der Achse liegt im Wald das ehemalige kaiserliche Forellengut, noch heute als Forellenzucht aktiv, sowohl Hobbyköche als auch Ausflügler wissen dies zu schätzen.

Hölderlin

Hölderlin from Nordisk familjebok
Hölderlin from Nordisk familjebok

Hölderlin kehrt zurück - eine Zeitreise im Schloss Bad Homburg

"Wem sonst als dir" -

Wem sonst als seiner geliebten Susette widmet mit diesen Worten Johann Christian Friedrich Hölderlin den 1799 erschienenen zweiten Band seines "Hyperion".

Susette und Hölderlin - eine unglückliche Liebesgeschichte mit den Schauplätzen Frankfurt und Homburg (damals noch ohne den Titel "Bad"). "In meinen Armen lebt der Jüngling auf", bekennt sie. Und er nennt sie in seinen Gedichten "Diotima", nach jener Priesterin aus Platons "Symposion", von der Sokrates das Wesen der Liebe lernte.

Susette Gontard, eine der schönsten Frauen ihrer Zeit, Bankiersgattin, Mutter von vier Kindern; und Hölderlin, einer der bedeutendsten deutschen Lyriker, ein sensibler, innerlich zerrissener Odendichter, der im Wahnsinn enden wird.

Ihr Liebreiz und seine Genialität verfallen und befruchten einander - und das wohl schon bereits ab ihrem ersten Treffen Ende des Jahres 1795, als Hölderlin durch die Vermittlung seines Freundes Isaac von Sinclair eine Stelle als Hauslehrer im Hause des Bankiers Jakob Gontard in Frankfurt antritt.

Schon im Sommer 1796 offenbart sich Hölderlin in einem Brief an seinen Jugendfreund Neuffer und schreibt:
"Es gibt ein Wesen auf der Welt, woran mein Geist Jahrtausende verweilen kann und wird."

Susette ist 27 Jahre alt, Hölderlin ein Jahr jünger. Sie erkennen einander als empfindsame Seelenverwandte, die Liebe zur Kunst verbindet sie. Die Zuneigung ist gegenseitig - und verboten.

Dennoch gelingt es ihnen, ihre Gefühle vor dem gesellschaftlichen Umfeld und vor allem dem Ehemann geheim zu halten. Dieser ahnt nichts - sonst hätte er wohl kaum Susette und die Kinder zusammen mit Hölderlin beim Anrücken der französischen Truppen Napoleons aus dem Hause geschickt. Ihre Flucht dauert drei Monate, von Juli bis
Oktober 1796 und führt sie über Kassel nach Bad Driburg. Welch' ein Genuss mag diese gemeinsame Zeit trotz der widrigen Umstände für die beiden jungen Menschen sein. Auch nach ihrer Rückkehr bleiben sie zunächst unentdeckt.

Erst 1798 gibt die von Hölderlin abgewiesene junge Haushälterin der Familie dem Ehemann den entscheidenden Hinweis. Der Eifersüchtige tobt, Susette bricht zusammen und Hölderlin wird des Hauses verwiesen.

Im September flüchtet er nach Homburg zu seinem Freund Sinclair. Und natürlich ist es die räumliche Nähe zu Frankfurt, die ihn hier in der Gegend hält. Von seinem Domizil in der Haingasse aus schreibt er heimliche Briefe an
Susette, die sie ebenso verstohlen wie liebevoll und leidenschaftlich beantwortet. Ihre Briefe sind weitgehend erhalten, seine an die Geliebte werden später von seiner Mutter beseitigt, zu unvereinbar ist diese Liebe mit den geltenden Moralvorstellungen.

Es kommt sogar weiterhin zu einigen Treffen, besonders in der Sommerzeit, wenn Susette mit den Kindern vor die Tore Frankfurts in die Sommerfrische zieht. Jeder 2. Donnerstag im Monat ist "ihre" Zeit.

Am 8. Mai 1800 sehen sie einander das letzte Mal. Hölderlin kehrt in seine Heimat zurück. Susette stirbt am 22. Juni 1802 an den Röteln, ihre Kinder erkranken ebenfalls, genesen aber im Gegensatz zu ihr wieder. "Der edle Gegenstand Deiner Liebe ist nicht mehr, aber er war doch Dein" und "Sie ist sich bis zuletzt gleich geblieben. Ihr Tod war wie ihr Leben", so schreibt Sinclair an Hölderlin. Dieser wird krank und der Freund holt ihn 1804 nach Homburg.
Isaac von Sinclair, Sohn einer deutsch-schottischen Familie, wurde 1775 geboren.

In seiner Homburger Zeit steht er als Regierungsbeamter und Diplomat in den Diensten des Landgrafen von Hessen-Homburg, Friedrich V., dessen Patensohn er zugleich ist. Sinclair verschafft Hölderlin eine Stelle als Hofbibliothekar beim Landgrafen, die er aus eigener Tasche bezahlt. Abgesehen von diesem Freundschaftsdienst macht er sich seinerseits Hoffnungen auf die Zuneigung des Dichters.

Der sensible Hölderlin allerdings, der schon früher Anzeichen geistiger Zerrüttung zeigte, versinkt zunehmend in seiner Verwirrtheit. Gegen seinen Willen wird er von Sinclair 1806 in eine Tübinger Klinik für Geisteskranke gebracht. Er kommt zur Pflege in den Haushalt eines Tischlers, der seine Werke bewundert. Hier lebt Hölderlin ab 1807 noch 36 Jahre in geistiger Umnachtung und schreibt in seiner Turmstube über dem Neckar (Hölderlinturm) seltsam formale Gedichte, die er mit "Scardanelli" signiert. Am 7. Juni 1843 stirbt er.


Kurzbiografie Johann Christian Friedrich Hölderlin
- am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar geboren
- Besuch von Lateinschule und Klosterschulen, Studium in Tübingen
- Freundschaft mit den Philosophen Hegel und Schelling
- erste Hauslehrerstellen
- 1794 Besuch der Universität Jena, Umgang mit Goethe, Schiller und
  Fichte
  Hölderlin lernt Isaac von Sinclair kennen
- 1795 Hauslehrer bei Jakob Gontard in Frankfurt;
  Liebe zu dessen Frau Susette
- es entstehen lyrische Werke, Oden, Elegien, die späten Hymnen, der
  erste Band des Hyperion
- zwei Aufenthalte in Homburg (1798 - 1800 und 1804 - 1806),
  dazwischen in Stuttgart, Nürtingen, Schweiz und Bordeaux;
  weitere Werke,  u.a. 1799 der zweite Hyperion-Band
- ab 1802 Zustände geistiger Umnachtung
- 1806 Einweisung in die Klinik Tübingen
- ab 1807 Unterkunft bei dem Schreinermeister Zimmer in Tübingen
- Tod am 7. Juni 1843


Wen nun die traurig-schöne Liebesgeschichte zwischen Hölderlin und Susette und die kurzen Lebensdaten des Dichters neugierig auf mehr gemacht haben, dem sei die Dauerausstellung "Hölderlin im Schloss Bad
Homburg" empfohlen.

Interaktive Terminals, Bücher und ein ebenso informativer wie unterhaltsamer Dokumentarfilm informieren in fünf Themen-Stationen über Leben und Werk des Dichters sowie das zeitgeschichtliche Umfeld.

Dauerausstellung Friedrich Hölderlin
Schloss Bad Homburg, Bibliothek
Öffnungszeiten: samstags und sonntags von 11 - 18 Uhr

Kontakt

Schloss
61348 Bad Homburg
Tel.: (0049) (0)6172 9262-150 oder -159
Fax: (0049) (0)6172 9262147

 

ab 1.November 2007 geänderte Öffnungszeiten
 
Museumsshop ganzjährig
montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr,
samstags, sonn- und feiertags von 10 bis 18 Uhr 

Weisser Turm
ganzjährig
 Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr,
samstags, sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr 

Schlossführungen
ganzjährig
dienstags bis freitags von 10 (erste Führung) bis 16 Uhr (letzte Führung),
samstag, sonn- und feiertags von 11 (erste Führung) bis 17 Uhr (letzte Führung). 

Führungen Englischer Flügel
ganzjährig
samstags und sonntags von 11 (erste Führung) bis 17 Uhr (letzte Führung). 

Hölderlinausstellung
ganzjährig
samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr). 

Schlossgartenführungen
ganzjährig
täglich auf Anfrage. 
Geschlossen bleiben die Schlossmuseen vom 24. Dezember bis einschließlich 1. Januar. 

Kontakt
Bad Homburg vor der Höhe, Schloss
Telefon: 06172 - 92 62 150 oder -159
Telefax: 06172 - 92 62 147
e-mail: info@schloesser.hessen.de
www.schloesser-hessen.de