Quellenpark Kronthal im Taunus

Quellenpark Kronthal im Taunus

Quellenpark Kronthal im Taunus

Info Ausflugstipps im Taunus

Quellenpark Kronthal
Quellenpark Kronthal

Nicht Sekt, nicht Selters,

sondern flouridhaltiger-Natrium-Chlorid-Hydrogencarbonat-Säuerling sprudelt seit fast 450 Jahren aus dem frei zugänglichen Theodorusbrunnen im Kronberger Kronthal.

Kronthal Quelle Sauerbrunnen
Kronthal Quelle Sauerbrunnen

Die auf den ersten Blick unscheinbare und versteckte Talsenke am Rande der Kronberger Gemarkung erlebte in den letzten 400 Jahren lebhaften Kurbetrieb, versank anschließend im Dornröschenschlaf und wurde durch die Festsetzung als Heilquellenschutzgebiet im Rahmen des Projektes Regionalpark Rhein-Main vor einigen Jahren wieder wachgeküsst.  

Erste Erwähnung fand die Quelle 1568 als Sauerbrunnen, eine Analyse von 1571 bestätigte die Heilwirkung, der Genuss des Wassers aus 60 Metern Tiefe soll gegen Verstopfung, Blasenstein und Appetitlosigkeit wirken.
 
Die wirtschaftliche Nutzung begann allerdings erst 1818 durch den Amtsarzt Dr. Ferdinand Küster mit der Einfassung der ersten Quellen und dem Aufbau einer Kureinrichtung.  

1831 zeigte eine weitere Unternehmensgruppe Interesse am Kronthal: die „Frankfurter Aktiengesellschaft zur Gründung einer Kuranstalt“.

Konkurrenz belebt bekanntermaßen das Geschäft und so entwickelte sich mit dem Bau einer zweiten Kureinrichtung, eines großen Kurhauses und der parkähnlichen Anlage das Kronthal rasch zu einem Anziehungspunkt für Kurgäste, Ausflügler und Sommerfrischler.

Der Frankfurter Kaufmann Johann Adam Hermann Osterrieth, gleichzeitig auch Gründer der AG, und seine Schwester Maria Elisabeth gestalteten nach eigenen Entwürfen ohne Zuhilfenahme eines Landschaftsarchitekten einen für Zeit und Ort einzigartig schönen und großzügigen Kurpark im Stil des Englischen Landschaftsgartens.

Die Grundstrukturen wie geschwungene Wege, seltene Baumarten und der harmonische Gesamtentwurf sind noch heute erkennbar. Die ab Ende des Jahres 1830 ebenfalls dort entstandenen Teiche existieren allerdings schon lange nicht mehr, sie wurden nach und nach zugeschüttet.

Die Nähe zum ebenso schönen wie kulturell interessanten Kronberg, man denke nur an die berühmte Malerkolonie, lockte die Menschen von weit her. Dennoch hielt die Blütezeit des Kurbetriebs nur wenige Jahrzehnte. Schon Ende des 19. Jahrhunderts hatten beide Kurbetriebe Kronberg verlassen, das Kurhaus wurde 1922 abgerissen.

Text: Susanne Eichel / Fotos: FXVISION

Die Nutzung des Heilwassers geht in wenn auch veränderter Form bis heute weiter.
Gegenwärtig erfolgt die Abfüllung durch die Kelterei Herberth, die hier auch einen Apfelweingarten betreibt. Seit 2003 läuft das Sanierungsprojekt „Quellenpark Kronthal“ im Rahmen des Regionalparks Rhein-Main.

Ziel ist die Bewahrung des kulturhistorischen und ökologischen Erbes durch die Renaturierung der durchfließenden Bäche, die Überarbeitung des Wegesystems nach historischem Vorbild und die Wiederherstellung früherer Sichtachsen in dem rund 5 ha großen Quellenpark.

Der unbewaldete Talraum Richtung Mammolshain soll zudem in seiner klimaregulierenden Funktion als Frischluftschneise für das Rhein-Main-Gebiet erhalten bleiben. Die Feucht- und Streuobstwiesen bieten (teilweise bedrohten) Pflanzen- und Tierarten einen schützenswerten ökologischen Lebensraum.

Auch den Menschen und ihrem Erholungsbedürfnis wird Rechnung getragen.

Im Zuge des Sanierungsprojektes soll das Kronthal als Ausflugsziel noch attraktiver werden: neue Wege und Bänke laden zum Spazierengehen und Verweilen ein, offene Spiel- und Grillplätze wechseln sich mit Bachläufen und Wiesenflächen auf dem weitläufigen Areal ab.

Fahrradwege
Fahrradwege

Der Quellenpark Kronthal liegt unweit des Ortsausgangs von Kronberg Richtung Bad Soden.

Hinter dem Gestüt „Schafhof“ biegt man rechts auf die L 3327 Richtung Mammolshain ab und folgt nach ca. 500 Metern dem Hinweisschild nach rechts zum Quellenpark und zur Kelterei Herberth. Das Gelände und der Apfelweingarten sind gerade in der schönen Jahreszeit ein ideales Fahrradziel und durch die am 1. Mai 2008 erfolgte Einweihung der neuen Regionalpark-Route „Nidda/Opel-Zoo“ bestens erreichbar.

Die neue Route verbindet das Sossenheimer Unterfeld im Frankfurter Westen mit dem Kronberger Tierpark und ist durchgängig mit roten Pfeilen beschildert. Auch unabhängig von dieser neuen Verbindung führen viele Feld- und Radwege in den Quellenpark.

Ebenfalls an dieser Route und in direkter Nachbarschaft zum Kronthal wurde der „Pfarrer-Christ-Rundweg“ angelegt. Wer neben Erholung auch Wissenswertes sucht, kann auf dem landwirtschaftlichen Lehrpfad einiges über Obst- und Gartenanbau und die typische Pflanzen- und Tierwelt der Streuobstwiesen erfahren.

Zehn Schautafeln bieten einen interessanten Einblick in die bäuerliche Vergangenheit des Vordertaunus. Benannt ist der Lehrpfad nach Johann Ludwig Christ. Er lebte von 1739 bis 1813 in Kronberg und war einer der bedeutendsten Pomologen (Obstkundler) seiner Zeit.

Weitere Infos zu den Projekten des Regionalparks unter www.regionalpark-rheinmain.de

Einkehrtipp:
Herberth’s Apfelweingarten

Tel.: 06173 / 4064
Geöffnet Ende April bis Anfang Oktober
Freitag und Samstag: 16 – 23 Uhr
Sonntag:                   11 – 21 Uhr
Gartenlokal unter alten Bäumen,
neben dem Quellenpark Kronthal,
Spielfläche für Kinder