Sehenswürdigkeiten im Taunus

Gotisches Haus Bad Homburg

Gotisches Haus Bad Homburg

Info Taunus Sehenswürdigkeiten

Eine englische Prinzessin, eine reiche Heirat,

Neugotik im Taunus und viele Hüte –

all’ das und noch viel mehr bietet das Gotische Haus am Ende von Bad Homburg’s Tannenwaldallee.

Die Location: kein Zufall, bildet diese doch eine direkte Verbindung zum Schloss und war Teil der landgräflichen Garten- und Landschaftsgestaltung.

Dort unten in Homburg lagen die Prinzengärten und der Englische Garten, hier draußen in direkter Nachbarschaft zum Gotischen Haus der Kleine und Große Tannenwald. 

Es war das ausgehende 19. Jahrhundert, romantische Empfindungen spiegelten sich in den Anlagen wider: es gab Tempel und Teiche, Teehäuschen und Gedenksteine.

Und eben die besagte für den Bräutigam Friedrich VI. Josef  (1769-1829) finanziell äußerst vorteilhafte Heirat mit der englischen Prinzessin Elisabeth (1770-1840).

1818 fand die Vermählung statt, die der verarmten Landgrafschaft Anlass zur Hoffnung auf materiellen Wohlstand gab – und Friedrich die Mittel, den von ihm gewünschten „Salon für vierzig Personen“ zu planen und bis 1823 zu bauen.

Ihm schwebte ein Jagd- und Lustschlösschen für Feste und Ausflüge vor; „im Sommer sollte es auch zum Speisesaal dienen“, hinterließ der Hofbibliothekar von Silber 1823 in seinem Tagebuch.  

Sie, die neue Landgräfin, brachte Bildung und Kunstverstand mit, England war das Heimatland der Neugotik.

So gingen in außergewöhnlicher Architektur Elemente der Neugotik und klassizistische klare Kuben eine  harmonische Verbindung ein, die dem Zeitgeist folgte: „Gotische Häuser“ wurden teilweise als künstliche Ruinen in die romantische Landschaftsgestaltung eingefügt. 

Die Landgrafenfamilie allerdings verlor nach einem Unglücksfall beim Bau des Dachstuhls und dem Tode Friedrichs VI. schnell das Interesse an dem schönen Gebäude.

Von 1866 bis 1913 nutzte es die Preußische Forstbehörde, danach ging es in Privatbesitz über, mehrere Gaststätten versuchten hier ohne großen Erfolg ihr Glück. 

1968 sollte das Gotische Haus, heruntergekommen wie es war, abgerissen werden. Dies wussten Bürgerinitiativen und der Eintrag in das Denkmalbuch glücklicherweise zu verhindern.

Nach einem Brand in den 1980er Jahren umfassend restauriert, blieb der Stadt so ein architektonisches Schmuckstück erhalten.
Text: Susanne Eichel / Fotos: FXVISION

Mit interessantem Inhalt, beherbergt das Gotische Haus doch heute diverse Sammlungen zur Landgrafenschaft Hessen-Homburg und zur Geschichte der Stadt von der Frühgeschichte bis zum Ersten Weltkrieg, zeigt in einer Ausstellung den Aufstieg Homburgs zum Weltbad mit einer Inszenierung des ersten Spielsaals und erinnert an berühmte Kurgäste und prominente Persönlichkeiten.

So findet hier, ausführlicher jedoch in der ihm gewidmeten Dauerausstellung im Schloss, auch der Dichter Friedrich Hölderlin Erwähnung.

Die „Sammlung Marienbad“ dokumentiert die Geschichte der Homburger Partnerstadt und im „Münzkabinett“ kann man ständig wechselnde Sonderausstellungen besuchen.

Die weitaus größten Abteilungen bilden aber das „Hutmuseum“ und das „Stadtarchiv“.

Städtisches Museum im Gotischen Haus 
Tannenwaldallee 102
61350 Bad Homburg vor der Höhe

Tel.:  06172 / 3 76 18
Fax:  06172 / 93 72 16

stadtmuseum@bad-homburg.de

Öffnungszeiten:
Di, Do, Fr, Sa      14 – 17 Uhr
Mi                        14 – 19 Uhr
So                         12 – 18 Uhr.

Am 24.12., 25.12., 31.12. und 1.1. bleibt das Museum geschlossen.
Am 26.12. ist von 12 – 18 Uhr geöffnet.

Eintritt:
Erwachsene: 2.- €  (erm. 1. - €)
Kinder bis 14 Jahre freier Eintritt

Cafeteria mit ausgezeichnetem Kuchenbuffett